|
Wenn ein serienmässiger Ford Capri plötzlich
mit 180 PS unter der Haube an die Leistungsgrenze stösst,
die bislang Wagen anderer Klassen vorbehalten waren, hat
das nicht mit Tuning im üblichen Sinn zu tun.
Der Rätsels Lösung ist ein kleines Schild am
Heck. "Turbo May" Das heisst; dieser Ford wurde
mit der Turbo May Aufladung ausgerüstet.
Die Turbo-May Aufladung wurde für alle Ford Modelle
mit 2,3 Liter mit 108 PS und Sechzylinder-Motor entwickelt.
Mit diesem Turbolader von Michael May erreicht der 2,3
Liter Capri GT (mit einer Drehzahlbegrenzung
von 5800 U/Min.) geladene 180 PS. Die Höchstgeschwindigkeit
beträgt bei dieser gedrosselten Drehzahl
beim 20M 190 km/h, und beim Capri 200 km/h.
Der Turbolader arbeitet nach einem Aufladesystem mit
dem man eine optimale Füllung der Zylinder erreicht.Im
Gegensatz zu Kompressoren herkömmlicher Bauweise
braucht der Turbolader für den Antrieb keine Motorleistung,
sondern er wird durch die Turbine von den Motorabgasen
angetrieben. Das heisst, dass der erreichte Leistungszuwachs
voll auf die Räder gebracht wird. Erstaunlich ist
auch der geringe Benzinverbrauch. Denn durch die bessere
Ausnutzung der Treibstoffenergie bleibt der spezifische
Verbrauch im Rahmen des normalen Verbrauchs der 2,3 Liter
108 PS Maschine.
Kraftstoffverbrauch mit Turbolader nach DIN 13,2 Liter
auf 100km.
Statement Michael May:
"Ich hatte am Automobil von Kindheit an riesigen
Spass. Geschwindigkeit einerseits, bequemes Vorwärtskommen
andererseits, und das dann noch etwas besser, oder schneller,
oder sparsamer zu machen, das war mir immer ein Vergnügen,
das mich gar nicht belastet hat. Ich dachte gerne darüber
nach, was für Lösungen man finden könnte.
Es war eigentlich die Suche nach Verbesserung des vorhandenen
Guten. Warum soll man nicht alle paar Jahre mal eine Verbesserung
anbringen?"
(Quelle NZZ)
Statement Michael May:
"Das war Ende der Sechzigerjahre, da ging das PS-Rennen
los in der Autobranche. Die Kunden hatten mehr Geld, wollten
mehr Leistung. Und die Autowerke kamen gar nicht nach
mit noch mehr und noch mehr. So haben wir diese Lücke
genutzt mit der Technologie, die wir erarbeitet hatten.
Aufladen, und wir hatten da schlagartig 70% Mehrleistung."
(Quelle NZZ)
Mit dieser Mehrleistung und etlichen Mehr-PS in einem
2,3 Liter Renncapri liess May auf dem Hockenheimring die
Kollegen in ihren 7 und 8 Liter Stockcars in seinem Windschatten
fahren. Rund 4500 dieser Seriencapris wurden von Fordvertretungen
und im Labor von Michael May in Deutschland, später
in der Schweiz, mit dem Turbo-Kit zu einem Aufpreis von
4500 Mark ausgerüstet.
(Quelle NZZ)
|